Gemüsebau

Die Anwendung von Kompost im Gemüsebau dient mehreren Zwecken. Kompost ist

  • ein Humuslieferant (aufgrund hoher Gehalte an organischer Substanz),
  • ein Düngemittel (aufgrund seiner Gehalte an Pflanzennährstoffen),
  • und er gleicht die Bodenversauerung aus (basich wirksame Stoffe).

Böden des Erwerbsgartenbaus werden intensiv genutzt und damit entsprechend beansprucht. Die Intensität der Bodenbearbeitung bedingt einen hohen Humusverzehr  (3-5 t/ha p.a.) mit dem eine beschleunigte Strukturverschlechterung einher geht. Ein ausreichender Gehalt an organischer Substanz ist jedoch Grundlage der Bodenfruchtbarkeit und Leistungsfähigkeit  des Bodens. Der Humusverlust kann über Bestandesrückstände, Maßnahmen der Gründüngung sowie organische Bodenverbesserungsmittel (Stallmist, Kompost) ausgeglichen werden.

Da Bestandesrückstände und Gründüngung im Boden schnell abgebaut werden, muss ein Teil der Humuszufuhr mit stabiler organischer Substanz (Dauerhumus) erfolgen. Fertigkomposte sind besonders geeignet. Sie enthalten große Mengen an stabilen Huminstoffen, die im Boden Jahrzehnte bis Jahrhunderte erhalten bleiben. Der Bedarf an (Dauer)- Humusersatz beträgt 2,5 - 3,5 t / ha p.a. (Trockenmasse). Pflanzenbaulich wichtige Ergebnisse der Humuswirkung sind  bessere Bearbeitbarkeit, geringere Verschlämmungsneigung und bessere Wasserversorgung in trockeneren Perioden. Kompost ist desweiteren ein vollwertiges Düngemittel. Mit üblichen Aufwandmengen wird eine Grunddüngung (P, K, Mg, Ca) durchgeführt. Auch Mikronährstoffe, die auf  Böden des Gemüsebaus häufig im Mangel sind, sind in Kompost in ausreichenden Mengen enthalten. Schließlich wird der Basenverlust des Bodens (250-500 kg CaO/ha) ausgeglichen. Die Anwendung von Kompost ist einer Erhaltungskalkung gleichzusetzen.

Weitere Informationen z.B. zur Bedarfsbestimmung und den Aufwandmengen finden Sie in unseren Anwendungsempfehlungen.